Lebensversicherung kündigen vs. verkaufen

Mehrerlös beim Policenverkauf

Vor dem Veräußern einer Lebensversicherung stellen sich manche die Frage, ob sie die Police kündigen oder verkaufen sollen. Andere kennen gar nicht die Alternativen zur Kündigung. Wofür auch immer sich entschieden wird, sollte eines stets bedacht werden: Beim Verkauf einer Lebensversicherung profitiert der Versicherungsnehmer von einem höheren Erlös als bei einer Kündigung.

Die Grafik auf dieser Seite zeigt, wie viel Geld sich Verbraucher bereits durch die Lappen haben gehen lassen, weil sie ihre Police verkauft und nicht gekündigt haben. Auch wenn der Mehrertrag pro Vertrag bei wenigen Prozent liegt, so sind die Gesamtsummen doch gewaltig. Somit wurden bereits seit dem Jahr 2000 insgesamt 7.089 Mio. bis 11.815 Mio. Euro verschenkt, wenn man von Verkäufen mit realistischen drei beziehungsweise fünf Prozent Mehrerlös gegenüber einer Kündigung ausgeht. Hätten sich die ehemaligen Besitzer dieser Policen gegen eine Kündigung und für einen Verkauf entschieden, wären diese Summen auf ihren eigenen Konten gelandet.

Lebensversicherung verkaufen statt kündigen - so viel Mehrertrag könnten Verbraucher haben

Warum gibt es mehr Geld beim Policenverkauf?

Die Antwort auf die Frage, warum der Versicherungsnehmer mehr Geld beim Verkauf seiner Police als bei einer Kündigung erhält, ist einfach: Weil die Firma, die die Lebensversicherung ankauft, ebenfalls mehr Geld damit erhält. Beide Seiten gehen als Gewinner hervor. Wenn Unternehmen Lebensversicherungen über den Zweitmarkt ankaufen, lassen sie die Verträge weiterlaufen. Sie beparen die Policen bis zum Ende der Vertragslaufzeiten weiter. Wenn sie fällig sind, wird dann nicht nur die Vertragssumme eingestrichen, sondern auch Zinsen und Überschussgewinne (Schlussüberschussanteile). Die folgende Grafik zeigt, wo das Geschäftspotential beim Aufkauf von Lebensversicherungen liegt.

Darstellung der monetären Entwicklung einer Lebensversicherungspolice

Zu Beginn liegt der Rückkaufswert der Lebensversicherung im Negativbereich, denn neben den Beiträgen muss der Kunde auch erst Kosten zahlen, die während der Vertragslaufzeit anfallen werden. Dazu gehören zum Beispiel Vermittlungsprovisionen und Verwaltungsaufwendungen.

Wenn die regelmäßigen Einzahlungen des Kunden die Kostenstruktur gedeckt haben, wird die Police interessanter. Erst ab diesem Zeitpunkt kann der Ankauf einer Lebensversicherung wirtschaftlich sinnvoll sein. Bei einer Kündigung ist allerdings nur der Rückkaufswert zum jeweiligen Zeitpunkt relevant. Versicherungsunternehmen sind nicht verpflichtet, Überschussbeteiligungen auszuzahlen. Außerdem können bei einer Kündigung Kosten für die Stornierung anfallen.

Bei dem Verkauf einer Lebensverischerung hingegen zählt der "innere" Wert. Er liegt über dem Rückkaufswert, aber eben nur, wenn die Police bis zum Laufzeitende gehalten wird. Policenankäufer warten auf diesen Mehrerlös. Kunden, die ihre Lebensversicherung vorzeit veräußern, können oder wollen nicht warten. Bei dem Verkauf einer Lebensversicherung teilt man daher den Mehrerlös untereinander auf, der ehemalige Versicherungsnehmer erhält den Rückkaufswert plus seinen Anteil vom Mehrerlös schon einige Tage nach dem Verkauf.

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